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Livestream-Seminar mit Andreas Maercker: Posttraumatisches Wachstum – Was ist dran an „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“?

18. Oktober, 10:00 - 17:00
€64

Das Seminar stellt das seit 25 Jahren beschriebene Phänomen in den Mittelpunkt, dass sich trotz schwerer Niederschläge im Leben sowie trotz traumatischer Erfahrungen bei Betroffenen ein Gefühl von positiven psychischen Veränderungen einstellen kann.

Nachdem schon Viktor Frankl als Holocaust-Überlebender dies schon beschrieben hat, haben später amerikanische Autoren das Konzept des post-traumatischen Wachstums (PTW) und seiner Facetten entwickelt. Philosophen und Literaten haben das Phänomen schon lange beschrieben, wie auch Friedrich Nietzsche, der meinte: „Was mich nicht umbringt macht mich stärker“. Leitfrage meines Seminars wird sein, ob und wie weit diese Aussage zutrifft?

Im Seminar stelle ich zwei „Generationen“ von Forschungen und Anwendungen vor: Die erste untersuchte die Teilbereiche von posttraumatischem Wachstum, dessen Verlauf nach der Traumatisierung/aversiven Lebenserfahrung. Dazu werde ich die Grundlagen der aktuellen Psychotraumatologie darstellen, in denen ja vier Trauma- und Belastungsfolgestörungen mit ihren verschiedenen relevanten psychischen und biologischen Prozessen voneinander unterschieden werden: posttraumatische Belastungsstörung, Komplexe PTBS, Anhaltende Trauerstörung und Anpassungsstörung. Aus diesen Forschungen stammen viele interessante Befunde – und einige davon sind sogar unerwartet.

Zu unerwarteten Ergebnissen gehört, dass posttraumatisches Wachstum bei Betroffenen oft auch der Selbstberuhigung dient. Das von uns entwickelte Modell der Janus-Köpfigkeit des posttraumatischen Wachstums beschreibt die funktionale und die dysfunktionale Seite der Selbstzuschreibung von PTW. Dazu werden Fallbespiele besprochen und therapeutische Ansätze.

Die zweite Generation von Forschung in den letzten zehn Jahren erweiterte die Anwendungen des Konzepts auf das Bewältigen von malignen Erkrankungen, der Corona-Pandemie und psychotischen Erkrankungen. Zugleich wurden Beziehungen zu naheliegenden psychologischen Phänomenen wie Resilienz und Weisheit systematisch ausgeleuchtet. Dadurch wurden therapeutische Ansätze im Zusammenhang mit PTW weiterentwickelt. Das Seminar wird aus der eigenen Arbeitsgruppe und international entstandene Materialien erläutern, die sich für den klinischen und therapeutischen Alltag nutzen lassen.

Andreas Maercker absolvierte seine medizinische und psychologische Ausbildung in Halle/Saale (Martin-Luther-Universität) und Ostberlin (Humboldt-Universität). Er erhielt seinen medizinischen Doktortitel an der Humboldt-Universität und promovierte zum Dr. phil. an der Freien Universität Berlin/Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.
Er ist psychologischer Psychotherapeut und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (nach Schweizer Recht: für Psychiatrie und Psychotherapie). Im Jahr 1994 war er Gastwissenschaftler an der University of California, San Francisco. Nach akademischen Positionen in Dresden und Trier wurde er 2005 als Lehrstuhlinhaber und ordentlicher Professor für Psychopathologie und klinische Intervention an die Universität Zürich berufen. Er ist Ko-Direktor des Psychotherapeutischen Zentrums des Psychologischen Instituts, wo er das Ambulatorium für Allgemeine Psychotherapie mit Schwerpunkten, Trauma, Altersprobleme und Online-Therapien leitet.
Von 2011 – 2018 leitete er eine Arbeitsgruppe der WHO zur Überarbeitung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten im Bereich der trauma- und stressbedingten Störungen. 2017 erhielt er insbesondere für seine ehrenamtliche Arbeit im Traumabereich das deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande.
Von 2017 – 2023 leitete Andreas Maercker in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie die Historische Kommission „Instrumentalisierung der Psychologie in der ehemaligen DDR“. Er hat 15 Fachbücher und mehr als 300 begutachtete Forschungsartikel veröffentlicht und wurde 2020 auf der Liste der meistzitierten Forscher gelistet. Seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind die Psychotraumatologie und die seit einiger Zeit insbesondere die klinische Kulturpsychologie.

Details zur Veranstaltung

Veranstaltungsort

Veranstalter

Weitere Informationen

Beginndatum - Enddatum, Seminarzeiten
18.10.2025
Gesamtdauer:
7, Stunde(n)
Zielgruppe:
Psychologen, Psychotherapeuten, Psychiater, Therapeuten, Interessierte